Der erste Buchtitel über inklusive Kulturpolitik
Der erste Buchtitel über inklusive Kulturpolitik  

Über professionelle Kunst von Menschen mit Behinderung und ganzheitliche Barrierefreiheit im Kulturbetrieb
 

Mit Beiträgen von
15 renommierten Expert*innen aus Kunst, Kulturpolitik, Gesellschaft und Wissenschaft

 

Interviews mit Künstlern mit Behinderung

Porträtfoto von Ulla Schmidt © Foto: Laurence Chaperon, 2016

Mit einem Geleitwort
von Ulla Schmidt,
Vizepräsidentin des Deutschen Bundestages

 

Autor*innen

Porträtfoto von Axel Brauns © Wolfgang Kampz
"Ich bin aufgrund meiner Beobachtungen zu dem Schluss gekommen, dass die Nicht-Autisten nur scheinbar zurechtkommen und sie eigentlich besser gestellt wären, wenn sie die Autisten nicht zu inkludieren suchten, sondern auf den seltsamen Gedanken kämen, sich selbst in eine autistisch geführte Gesellschaft zu inkludieren."

Axel Brauns

Axel Brauns, geboren 1963, studierte ab 1981 Betriebswirtschaftslehre und Jura. 1984 brach er sein Studium ab und wurde freiberuflicher Autor. Von 2000 bis 2002 absolvierte Brauns eine Ausbildung zum Steuerfachangestellten. Während dieser Zeit entstand parallel sein autobiografischer Roman „Buntschatten und Fledermäuse“; für einen Auszug daraus gewann er im Jahr 2000 den Förderpreis der Stadt Hamburg. Der Roman wurde 2002 publiziert und für den Deutschen Bücherpreis 2003 in der Kategorie „Erfolgreichstes Debüt“ nominiert. In den Folgejahren erschienen zwei weitere erfolgreiche Romane. Im Jahr 2004 drehte Brauns seinen ersten Spielfilm „Tsunami und Steinhaufen“, der 2008 uraufgeführt wurde. Brauns Leben wurde 2007 in der Doku „Der rote Teppich“ verfilmt, die 2008 im BR-Fernsehen erstausgestrahlt wurde. 

Porträtfoto von Rolf Emmerich © MEYER ORIGINALS
"Unsere freie, vielfältige, inklusive kulturelle Gesellschaft werden wir nur erhalten können, wenn wir immer wieder aufs Neue bereit sind, uns dem Unbekannten und dem Fremden – auch in uns – zu öffnen." 

Rolf Emmerich

Rolf Emmerich, geboren 1956, diplomierte 1988 zum Finanzwirt. Seit 1992 war er Manager verschiedener Referenzprojekte im Sport- und Kulturbereich. Hier wurde er Pionier der Inklusion, zunächst schwerpunktmäßig für die Anerkennung sexueller Diversität im Sport, später dann auch für Menschen mit Behinderung. Beide Aspekte vereinte er 2002 mit der Gründung des bundesweit ersten inklusiven Kulturfestivals „Sommerblut“ in Köln, dessen Intendant und Geschäftsführer er bis heute ist. Emmerich produziert selber regelmäßig Theaterstücke zu Kontrovers-Themen wie Sexualität und Behinderung, Organspende, Burnout oder Prostitution. 

Porträtfoto von Max Fuchs © Privat
"Jeder einzelne Mensch kann kulturell aktiv werden und es ist ein Kriterium für die Humanität der jeweiligen Gesellschaft, inwieweit sie dies auch jedem einzelnen Menschen ermöglicht."

Max Fuchs

Max Fuchs, geboren 1948, machte nach Lehre und Berufstätigkeit als Fernmeldehandwerker am Abendgymnasium das Abitur und studierte in Saarbrücken Mathematik, sodann Wirtschaftswissenschaften in Köln. Nach dem Mathematik-Diplom war er zehn Jahre lang Gymnasiallehrer. Anschließend studierte er Pädagogik und Soziologie an der Fernuniversität Hagen und der Universität Kiel. 1984 promovierte er in Soziologie. Sein Schwerpunkt in der praktischen und wissenschaftlichen Arbeit ist seit 1984 kulturelle Bildung einschließlich Kultur-, Jugend- und Bildungspolitik, von 1988 bis 2013 als Direktor der Akademie Remscheid. Fuchs war 15 Jahre Vorsitzender der Bundesvereinigung Kulturelle Kinder- und Jugendbildung und 12 Jahre Präsident des Deutschen Kulturrats. An den Universitäten Hamburg, Basel und Essen war bzw. ist er noch lehrend tätig. Seine derzeitigen Forschungsschwerpunkte sind Konstitution von Subjektivität und kulturelle Schulentwicklung. 

Porträtfoto von Bea Gellhorn © Privat
"Noch hat der Kunst- und Kulturbetrieb nicht erkannt, welche Chancen sich mit der Inklusion eröffnen und welchen gesellschaftlichen Wandel er aktiv mitgestalten kann."

Bea Gellhorn

Bea Gellhorn, geboren 1960, ausgebildete Buchhändlerin, Texterin, Konzeptionerin und Journalistin. 2007 eröffnete sie eine Online-Galerie für Kunstschaffende mit Behinderungen, die nicht mehr nach Art der Beeinträchtigung differenzierte. 2009 gründete sie „Insider Art“, eine Initiative, die sich seitdem für Kunstschaffende mit unterschiedlichen Behinderungen engagiert und ihnen Sichtbarkeit und eine politische Stimme verleiht, u.a. arbeitete sie mit bei der Fortschreibung des Nationalen Aktionsplans 2.0 der Bundesregierung. Zu Gellhorns fachlichen Schwerpunkten zählen neben Inklusion, Strategische Kommunikation, Marketing, Humanisierung von Arbeitswelten und soziale Nachhaltigkeit. Sie arbeitet heute als freie Beraterin und Trainerin für Inklusive Kompetenzentwicklung bundesweit in Unternehmen und Institutionen. Ferner ist sie Vorsitzende des gemeinnützigen Vereins Insider Art e.V. 

Porträtfoto von Konrad Heiland © Privat
"Tatsächlich kann offenbar die Normalität selber zum Problem werden, wenn sie Ausdruck einer Überanpassung ist, in der individuelle Eigenarten verschwinden, weil sie gleichsam glattgebügelt worden sind."

Konrad Heiland

Konrad Heiland, geboren 1955, ist Arzt, Ärztlicher Psychotherapeut, Klinischer Musiktherapeut, Dozent, Lehrtherapeut und Supervisor an verschiedenen Instituten (KBAP, DITAT, IHP). In den 1970er Jahren war er Pianist in mehreren Jazz-Combos, später auch Theatermusiker. Seit ca. 2000 ist er regelmäßig Co-Autor von Musik-Features für den Bayerischen Rundfunk. Mehrfach hat er interdisziplinär zu Musik und Psychologie publiziert, so 2013 über „Filmmusik und Psychoanalyse“ oder 2016 zu „Kontrollierter Kontrollverlust - Jazz und Psychoanalyse.

Porträtfoto von Thorsten Hinz © Privat
"Menschen mit schwerstmehrfachen Behinderungen sind am allgemeinen öffentlichen Kulturleben in Deutschland nicht beteiligt, weder als Konsumenten und noch weniger als aktive Akteure. Es gibt kaum einen öffentlichen Bereich, in dem deren Nichtpräsenz so deutlich ist wie im Kulturleben."

Thorsten Hinz

Thorsten Hinz, geboren 1965, studierte Philosophie und Ethnologie in Heidelberg, Fribourg, Bern und Basel. 1999 promovierte er an der Universität Basel zum Doktor der Philosophie. Anschließend arbeitete er sieben Jahre in der Auslandsarbeit von Caritas international. Er war dort zuständig für humanitäre Hilfsprojekte in Afghanistan und Indonesien. In Sebnitz/Sachsen hat er mit dem „Afrikahaus“ ein kleines Museum aufgebaut und geleitet. Seit 2004 ist Hinz Geschäftsführer des Bundesverbandes Caritas Behindertenhilfe und Psychiatrie e.V. (CBP) in Berlin.

Porträtfoto von Jakob Johannes Koch © Privat
"Es müssen mit eindeutigem politischem Willen, Fantasie und Pragmatismus alle kulturpolitischen Register gezogen werden, damit im Kulturbetrieb das Trotzdem-Paradigma eines Tages gänzlich vom Diversitäts-Paradigma abgelöst wird."

Jakob Johannes Koch

Jakob Johannes Koch, geboren 1969 in Würzburg, wurde 1987 als Jungstudent in die Gesangsklasse von Prof. Arno Leicht am Konservatorium seiner Heimatstadt aufgenommen. Von 1991-2006 studierte er in Würzburg, Nürnberg und Berlin Musik und Theologie. 1994/95 absolvierte Koch ein Meisterklassenstudium bei Prof. Dietrich Fischer-Dieskau an der Universität der Künste Berlin. Von 1997 bis 2000 promovierte er an der Universität Bonn mit einer Dissertation zur Kirchenmusik. Künstlerisch debütierte Jakob Johannes Koch 1995 in der Berliner Philharmonie mit einem Schubert-Lied-Recital. Seit dem Jahr 2000 ist Koch Kulturreferent im Sekretariat der Deutschen Bischofskonferenz in Bonn. Seitdem verantwortet er zahlreiche Projekte auf dem interdisziplinären Begegnungsfeld Kunst, Ästhetik, Ethik und Religion.

Porträtfoto von Benedikt Lika © Privat
"Ob ich jetzt im Rollstuhl dirigiere oder ob ich auf dem Podium ohne Stütze und Assistenz sitze oder stehe, ist dann letztlich unerheblich. Die Kraft der Musik fegt über solche Unterschiede hinweg."

Benedikt Lika

Benedikt Lika, geboren 1982, erlernte schon als Gymnasiast Klavier und Schlagwerk, flankiert durch eine fundierte musiktheoretische Ausbildung in Harmonielehre und Komposition. Er war Solopauker im Sinfonieorchester des humanistisch-musischen Gymnasiums bei St. Stephan in Augsburg und Mitglied der Augsburger Domsingknaben. Von 2003-2010 studierte Lika Musikwissenschaft, Musikpädagogik und Kunstgeschichte an der Universität Augsburg und erwarb den Magister Artium. 2007 erwarb er das Diplom der Wiener Meisterkurse „Dirigieren mit Orchester“. 2007 gründete er in Augsburg die sozio-kulturelle, inklusive Konzertreihe „Roll and Walk“. Seit 2014 ist Benedikt Lika Mitglied im Augsburger Stadtrat. Ebenfalls 2014 wurde er zum Vorsitzenden des „Forum der Menschen mit Behinderung“ in der CSU gewählt.

Porträtfoto von Irmgard Merkt © Oskar Neubauer
"Die Gleichung Inklusion = Niveauverlust ist zumindest in allen performativen künstlerischen Disziplinen eines der großen Hindernisse für die Entwicklung teilhabegerechter Kultur. Die Gleichung Inklusion = Innovation für alle wäre eine angemessene Alternative."

Irmgard Merkt

Irmgard Merkt, geboren 1946, studierte Operngesang und Lehramt für Gymnasien an der Staatlichen Hochschule für Musik und Theater München. Im Anschluss an die Schulpraxis wechselte sie in die Lehrerausbildung mit den Schwerpunkten Interkulturelle Musikerziehung sowie Musik und Menschen mit Behinderung. Von 1991-2014 war sie Professorin für Musik und Inklusion an der TU Dortmund. Irmgard Merkt war Initiatorin und Leiterin der inklusiven Weiterbildungsveranstaltungen „InTakt“ und „Europa InTakt“ (Kulturhauptstadtprojekt im Rahmen von „RUHR.2010 - Kulturhauptstadt Europas“) und des Projektes Dortmunder Modell Musik. Sie gründete den inklusiven Chor „stimmig“ und leitet das Netzwerk Kultur und Inklusion.

Porträtfoto von Thomas Noetzel © Privat
"Sich von Ordnungsschemata und Stigmatisierungen wie 'krank/gesund', 'behindert/nicht-behindert' zu lösen,
bedeutet zugleich die Rettung der Phänomene und die Rettung des Emanzipatorischen." 

Thomas Noetzel

Thomas Noetzel, geboren 1957, studierte von 1977 bis 1983 Politikwissenschaft, Soziologie, Neuere Geschichte, Wirtschafts- und Sozialgeschichte sowie Pädagogik in Marburg. 1983 diplomierte er; nach Tätigkeiten im akademischen Mittelbau promovierte er 1989 zum Doktor der Politikwissenschaft. 1998 habilitierte sich Noetzel ebenfalls an der Universität Marburg und vertrat dort die Hochschuldozentur für Politische Theorie der Gegenwart. Von 1999 bis 2001 war er Geschäftsführender Direktor des politikwissenschaftlichen Instituts. Seit Juni 2002 ist er Inhaber des Lehrstuhls für Politische Theorie und Ideengeschichte an der Universität Marburg. 2010 übernahm er zudem die Leitung des Portals Ideengeschichte.

Porträtfoto von Frederik Poppe © Privat
"Das Schaffen von inklusions-orientierten Settings sowohl im Bereich der Rezeption, als auch der Produktion von Kunst (Verbesserung der Ausbildungszugänge, Förderung autonomer Produktionsstrukturen) stellt so manches Schubladen-Denken in Frage."

Frederik Poppe

Frederik Poppe, geboren 1975, studierte von 1998 bis 2005 Bildende Kunst und Sonderschulpädagogik an der Universität der Künste und der Humboldt Universität Berlin. Nach dem Staatsexamen war er von 2008 bis 2014 Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Förderpädagogik der Universität Leipzig, 2012 promovierte er zum Dr. phil. mit einer Arbeit über „Künstler mit Assistenzbedarf“. Seit 2014 ist Poppe Referent der Bundesvereinigung Lebenshilfe e. V. und geschäftsführender Redakteur der Fachzeitschrift „Teilhabe“. Parallel dazu wirkt er als freischaffender Bildender Künstler.

Porträtfoto von Jörg Probst © Privat
"Je größer die Bereitschaft dazu ist, sich den Phänomenen selbst zu stellen, die Einzigartigkeit des Charaktervollen auszuhalten und Abweichungen nicht als Bestätigungen von Regeln, sondern als Gelegenheit zu deren kritischer Überprüfung zu begreifen, umso mehr werden auch jene Denkweisen verblassen, wonach alles von vertrauten Normen Verschiedene und Andere als etwas Fremdes oder gar Feindliches zu bekämpfen sei."

Jörg Probst

Jörg Probst, geboren 1976, studierte Kunstgeschichte und Philosophie in Berlin, Paris und Florenz. Seit 2001 ist er als Galerist und Kurator in Berlin. 2015 promovierte er an der Humboldt Universität Berlin zum Doktor der Kunstgeschichte. Probst initiierte zahlreiche inter- und transdisziplinäre Projekte im Schnittfeld Kunst-, Sozial- und Politikwissenschaften, darunter das „Archiv für Bildgeschichte und Informationspolitik“ (ABI) in Berlin sowie das „Portal Ideengeschichte – interdisziplinäre Forschungs- und Lehrplattform für Ideengeschichte“ am Lehrstuhl für Politische Theorie und Ideengeschichte/Institut für Politikwissenschaft der Philipps-Universität Marburg, dessen Koordinator er bis heute ist.

 

Porträtfoto von Peter Radtke © Privat
"Der nicht-behinderte, sogenannte 'normale' Schauspieler, der kämpft mit seiner Rolle und mit sich selbst und damit hat er genügend zu tun. Aber der Schauspieler, der ein Handicap hat, muss außerdem auch noch mit den ganzen Vorurteilen und gegen die äußeren Probleme kämpfen."

Peter Radtke

Peter Radtke, geboren 1943, hat zunächst eine Berufsausbildung zum Dolmetscher absolviert. Berufsbegleitend absolvierte er ein Fernstudium der Amerikanistik. Anschließend studierte er Romanistik und Germanistik. Er promovierte 1976 in Romanistik. Von 1977 bis 1984 war Radtke Fachgebietsleiter für das „Behindertenprogramm“ der Münchner Volkshochschule, von 1984 bis 2008 Geschäftsführer und Leitender Redakteur der Arbeitsgemeinschaft Behinderung und Medien (abm), für die er noch heute ehrenamtlich tätig ist. Von 2003 bis 2016 war er Mitglied des Nationalen/Deutschen Ethikrates.

Porträtfoto von Siegfried Saerberg © Privat
"Meiner Meinung nach muss inklusives Handeln im kulturellen und künstlerischen Kontext geradezu paradox sein, da Kunst ja die geraden und herkömmlichen Wege scheut. Deshalb ist auch immer Vorsicht geboten, wenn allerorts nach Standardisierungen im Kunstbereich gerufen wird."

Siegfried Heinz Xaver Saerberg

Siegfried Heinz Xaver Saerberg, geboren 1961, studierte von 1980 bis 1989 Soziologie, Philosophie, Politikwissenschaften, Geschichte und Ethnologie in Köln, Konstanz und Dortmund. Von 1990 bis 1992 war er wissenschaftlicher Mitarbeiter am Soziologie-Lehrstuhl der Universität Konstanz. Von 1993 bis 2002 wirkte er als Projektmanager verschiedener kultureller Veranstaltungen, darunter mehrere Ausstellungsleitungen, Performance-Leitungen und Erstellungen spezieller Audioguides für Menschen mit Sehbehinderung. 2005 wurde Saerberg an der Universität Dortmund promoviert. Von 2007 bis 2009 war er wissenschaftlicher Angestellter dort mit Lehrdeputat in den Themenfeldern Abweichendes Verhalten, Soziologie der Behinderung, Medizin- und Gesundheitssoziologie, Disability Studies, Soziologie der Sinne und der Emotionen. Zu den vorgenannten Schwerpunkten praktiziert Saerberg eine umfangreiche Vortrags- und Publikationstätigkeit.

Porträtfoto von Ulla Schmidt © Laurence Chaperon, 2016
"Das von Dr. Jakob Johannes Koch zusammengetragene Sammelwerk entwirft ideologiefrei eine Kulturlandschaft, die nicht ausgrenzt, sondern integriert. Mit Ideen und Perspektiven, die aus dem Leben gegriffen sind, macht es all jenen Mut und ist all jenen Anstoß, die etwas verändern möchten!"

Ulla Schmidt

Ulla Schmidt, geboren 1949, studierte Psychologie an der RWTH und Grund- und Hauptschulpädagogik an der Pädagogischen Hochschule in Aachen. Von 1976 bis 1985 war Schmidt Lehrerin an der Schule für Lernbehinderte in Stolberg. 1980 bis 1984 bildete sie sich berufsqualifizierend zur Lehrerin für Rehabilitation lernbehinderter und erziehungsschwieriger Schüler*innen weiter. Von 1985 bis 1990 war sie Lehrerin an der Schule für Erziehungshilfe im Kreis Aachen.1983 der SPD beigetreten, wurde Schmidt nach verschiedenen verantwortlichen Tätigkeiten in der Aachener Kommunalpolitik 1990 in den Deutschen Bundestag gewählt. Nach Wahrnehmung unterschiedlicher Parteivorstands- und Parlamentsausschuss-Positionen war sie von 2001 bis 2009 Bundesgesundheitsministerin. Seit 2012 ist Ulla Schmidt Vorsitzende der Bundesvereinigung Lebenshilfe. Seit 2013 ist sie Vizepräsidentin des Deutschen Bundestags und setzt sich in diesem Rahmen besonders für Inklusion und Barrierefreiheit ein.

Porträtfoto von Olaf Zimmermann © Tim Falvor
"In der kulturpolitischen Diskussion ist Inklusion ein Thema, das oft in die kulturelle Bildung einsortiert wird und vor allem unter pädagogischen Gesichtspunkten betrachtet. Hier den Blick zu weiten, würde der kulturpolitischen Debatte und dem Thema Inklusion insgesamt gut tun."

 

Olaf Zimmermann

Olaf Zimmermann, geboren 1961, erwarb die Hochschulreife auf dem zweiten Bildungsweg, anschließend machte er ein Volontariat zum Kunsthändler. Danach arbeitete er als Kunsthändler und Geschäftsführer verschiedener Galerien. 1987 gründete er eine Galerie für zeitgenössische Kunst in Köln und Mönchengladbach. Seit März 1997 ist Zimmermann Geschäftsführer des Deutschen Kulturrates. Zudem ist er Herausgeber und Chefredakteur von Politik & Kultur, der Zeitung des Deutschen Kulturrates und Publizist. Seit Dezember 2016 ist er darüber hinaus Koordinator und Moderator der Initiative kulturelle Integration.